Stolpersteine putzen

Erinnerungs-Aktion am 27. Januar

Jährlich am 27. Januar findet der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus (Holocaust-Gedenktag) statt. Er ist als Jahrestag bezogen auf den 27. Januar 1945, den Tag der Befreiung des Vernichtungslagers in Auschwitz. Dieser Tag soll an die grausamen Verbrechen der NS-Diktatur gegenüber dem jüdischen Volk erinnern, sowie an alle Opfer, die aufgrund ihrer Hautfarbe, Herkunft oder Meinung verfolgt, verhaftet und ermordet wurden.

Immer weniger Zeitzeugen können uns heute von dieser Zeit berichten und eindringlich vor den Folgen rechtsextremistischen Gedankengutes warnen. Für uns ist es daher wichtig, dass wir selber uns nicht nur an die Opfer der NS-Zeit erinnern, sondern vielmehr aus der Geschichte lernen und in unserem Umfeld Hass und Hetze mutig entgegentreten.

Seit 2012 liegen vor dem St. Bonifatius Wohn- und Pflegeheim 166 Stolpersteine, die uns als ein wichtiges Zeichen gegen das Vergessen immer wieder an die Gräueltaten der Nazi-Diktatur erinnern. Jeder Stein steht für ein einzelnes und individuelles Schicksal eines Menschen, der in dieser Zeit gelitten hat, vertrieben und ermordet wurde. Fast alle waren Menschen, die im dem Israelitischen Altersheim gewohnt und gearbeitet haben, als das das Gebäude des heutigen Boni-Heims gebaut wurde. Nach dem Ende der Nazi-Diktatur erwarb 1956 die Katholische Kirchengemeinde St. Katharina das Haus von der „Jewish Trust Corporation“ und widmete es zum heutigen St. Bonifatius Wohn- und Pflegeheim.

Als Einrichtung möchten wir uns gerne mit unseren Mitarbeitern und Ihnen allen an diese Menschen erinnern und ein sichtbares Zeichen gegen das Vergessen setzen. Dazu laden wir auch Sie ein, als symbolische Aktion zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus, die Stolpersteine vor unserem Haus zu reinigen und somit wieder optisch hervorzuheben. In der Zeit von 13.30 bis 15 Uhr haben Sie am 27. Januar die Gelegenheit, vielleicht einen oder mehrere Gedenksteine vor unserer Einrichtung zu reinigen (Mittel zur Reinigung werden gestellt). Im Foyer des Boni möchten wir Sie dann gerne noch auf ein Getränk und zu Gesprächen einladen.

Diese Aktion soll uns alle an die grausamen Folgen eines Unrechtsstaates erinnern, aber auch verdeutlichen, dass auch heute Intoleranz, Hass und Verfolgung im Alltag gegenwärtig sind und jeder einzelne von uns aufgerufen ist, dagegen Position zu beziehen. Als St. Bonifatius Wohn- und Pflegeheim stehen wir für eine offene, tolerante, vielfältige und solidarische Gesellschaft, die den Menschen in seiner Einzigartigkeit anerkennt und wertschätzt.